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New York – Normalität oder doch nicht?

Im Midtown, wo auch unser Hotel steht, kehrte gestern eine Art Normalität ein. Die Läden öffneten, die Menschen strömten durch die Strassen und auch die Busse fuhren. Diese waren zu dem kostenlos.

Wir versuchten am Donnerstag die Brooklyn Bridge im unteren Teil Manhattans zu erreichen. Zuerst zu Fuss, dann versuchten wir einen Bus zu erwischen und zwischendurch liefen wir wieder. Nach über einer Stunde mussten wir erkennen, dass es zu Fuss zu weit war und der richtige Bus auch nicht wirklich fuhr.

Wir kehrten um und verliessen den nach wie vor stromlosen Bereich. Es gab kaum geöffnete Shops oder Restaurants, die Gebäude waren dunkel. Dort wo es Strom gab, hatte es Menschenansammlungen, die ihre Mobiltelefone und Laptops aufluden. Auch eine Kirche bot an, im Innern Handys zu laden. Bizzare Szenen für diese Grossstadt.

Die Normalität im Midtown ermöglichte uns an unserem letzten Abend in New York das Abendessen im Hard Rock Cafe und den Besuch des Spiderman Musicals . Auch ein Zeichen der Besserung war, dass im Fernsehen öfters wieder Serien und Werbung anstelle von News und Dauersondersendungen zu sehen waren. Trotzdem ging einem auch die aktuelle Berichterstattung nahe; es waren Schicksale rund um New York und besonders auch aus New Jersey zu sehen.

Seit Donnerstag wunderten wir uns über eine teils zweispurige Warteschlange, die an unserem Hotel vorbeiführte. Am Freitagmorgen fanden wir die Ursache: zwei Blocks von uns entfernt, war die einzige Tankstelle mit Benzin im ganzen Umkreis. Wir vernahmen von einem Taxifahrer, dass er unglaubliche 6 Stunden für Benzin anstehen musste! Rund um die Tankstelle hatten sich mehrere TV-Stationen aufgestellt, um über das Unglaubliche zu berichten.

Zu Fuss begaben wir uns an den Hudson River, um eine seit heute wieder mögliche Sightseeing-Cruise zu machen. Beim Weg dorthin streiften wir noch das Gelände, auf dem sich die Läufer für den Marathon vom Sonntag anmelden mussten. Irgendwie surreal wie sich hier Bus um Bus aufreihte und Massen von Teilnehmern brachte, wo es doch sonst an Benzin, Strom oder Wasser fehlt.

Nach der Rundfahrt rund um Manhattan, begaben wir uns noch in die City, machten die letzten Einkäufe und kehrten zum Hotel zurück. Das nächste Ziel war der Flughafen. Hier warten wir nun auf den Rückflug. Ein interessanter und auch etwas beängstigender Aufenthalt in der Stadt, die eigentlich niemals schläft geht zu Ende.

Die Nacht im 17. Stockwerk des Hotels, den kreisenden und heulenden Polizeiautos in den leeren Strassen New Yorks in Erwartung des Hurrikans Sandy bleiben in Erinnerung. Dank unserer Lage im Midtown ging das Ganze für uns glimpflich aus. Bleibt zu hoffen, dass auch die betroffenen Gebiete sich bald erholen.

Und so endet auch unsere mit einem iPad improvisierte Berichterstattung aus den USA.

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